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„In 10 Jahren programmiert in Deutschland keiner mehr.“

Es ist schon eine kleine Weile her, da hörte ich in einem Workshop dieses Position Statement eines Teilnehmers. Natürlich ging sofort ein Raunen durch den Raum, sah sich doch so mancher in seinem (beruflichen) Existenzrecht in Frage gestellt. Allzu leicht drängte sich an dieser Stelle das Schreckgespenst Outsourcing auf, und damit die Angst vor dem Arbeitsplatzschwund in Richtung Indien. Aber darum ging es gar nicht und der Unmut legte sich rasch, als das Statement ergänzt wurde: „Statt dessen werden wir nur noch modellieren – der Rest wird generiert.“

„Maggi Fix“ für Softwaresysteme?
Da war er wieder – der Traum vom alle erlösenden Paradigmenwechsel, der uns die ganze Komplexität der Programmierung endlich vom Hals schafft! Kein Herumärgern mehr mit den syntaktischen Fallstricken der Programmiersprache, Schluss mit den Unmengen von Programmzeilen, die doch im Zweifelsfall nur der Autor versteht. Die ganzen komplizierten Entwicklungswerkzeuge können endlich eingemottet werden. An ihre Stelle treten schlanke, für Nicht-Programmierer verständliche Modellierungs-Tools, bei denen nur noch schöne, kundenkompatible Grafiken zu erstellen sind. Den Rest erledigen wir per Knopfdruck im Bau-mir-mein-Warenwirtschaftssystem-Wizard. Alles wird einfacher und Programmierung ist Vergangenheit.

Ich glaube das nicht!
Sicherlich kann bei bestimmten Standard-Anwendungen vieles vorgefertigt werden und in diesen Fällen reicht es dann nur noch Geschäftsprozesse zu beschreiben, die dann später von einer entsprechenden Engine abgewickelt werden. Aber denken wir mal über diesen Standardfall hinaus. Angenommen es sind nicht nur hoch angesiedelte Geschäftsprozesse, sondern auch detailliertere Abläufe festzulegen, die ganz auf individuelle Bedürfnisse des Kunden zuzuschneiden sind. Kann ein Hersteller von Prozess-Engines all diese möglichen Feinheiten im Voraus abdecken? Ist man nicht schnell an dem Punkt angelangt, an dem man anstelle umfangreicher Programmquellen ähnlich umfangreiche Ansammlungen von Workflow-Diagrammen zu verwalten hat? Die grafischen Sprachen und die entsprechenden Engines zur Abwicklung unterliegen ebenso wie Programmiersprachen und -plattformen einer Entwicklung – und die Anforderungen der Kunden ändern sich nach wie vor. Ergo holen uns früher oder später die überwunden geglaubten Probleme wieder ein – Modularisierung, Versionierung, Namenskonflikte – you name it. Ob grafisch oder textuell – die eigentlichen Probleme rühren aus dem Umfang und der Komplexität der Software her.

Back to the Roots!
Modellierung spielt dann ihre Stärken aus, wenn man sie nicht auf die grafische Programmierung reduziert, sondern zu ihrem ursprünglichen Zweck nutzt:

Als Mittel der Abstraktion und Kommunikation zwischen Kunden, Anwendern und Software-Machern.

Das ist auch der Ansatz der Intervista AG. Wir gestalten Lösungen für unsere Kunden mittels verständlicher Modelle und in enger Zusammenarbeit. Die so entworfenen Systeme werden systematisch, nachvollziehbar und zuverlässig realisiert.

Eine Antwort zu “„In 10 Jahren programmiert in Deutschland keiner mehr.“”

  1. […] … und die “Groß-Industrie” stellt wieder ihre Anliegen vor. Interessante Lobbyistenveranstalltung, die leider die Interessen der großen Lösungsanbieter im Fokus hat. Leider wurde der Mittelstand – der eigentliche Innovations-Motor der IT – kaum berücksichtigt. Schade, denn die Interessen des Mittelstandes sind andere als die der Großkonzerne. Dort wird noch vom globalen Markt und der weltweit vernetzten Programmierung geträumt. Dort gilt noch der Spruch: “In 10 Jahren programmiert in Deutschland keiner mehr!”. […]