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Polizei ortet Verbrecher mit „Stiller SMS“

Ein kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten  Anna Conrads an die Landesregierung Nordrhein-Westfalen brachte einen aufschlussreichen Einblick in die Ermittlungsmethoden der Polizei. Die teilweise an James Bond erinnernden Ermittlungsmethoden werden den ein oder anderen aufschrecken lassen.

Bei der Überwachung von möglichen Straftätern bedienen sich die Ermittlungsbehörden zweier Methoden. Das eine ist die Funkzellenüberwachung. Dabei werden alle Verkehrsdaten der in der Funkzelle eingebuchten Handys protokolliert. Egal ob Telefonate, SMS-Nachrichten oder Datenverbindung – alles kann ausgewertet werden. Eine solche Überwachung ist klar ein Eingriff in die Privatsphäre. Dank verschiedenster Algorithmen lässt sich mittels dieser Überwachung auch eine Ortung durchführen. Gerade in Innenstädten sind die Funkzellen recht klein. Da kann dann auch schon mal mehr als eine Funkzelle angezapft werden. Wer dabei alles unwissentlich ins Raster gedrängt wird, lässt sich nur schwer sagen.

Die andere Methode nennt sich „Stille SMS“. Ein Begriff, den man in einschlägigen Foren häufig findet. Wirklich etwas drunter vorstellen können sich nur die Wenigsten.

Dabei handelt es sich technisch um eine SMS, die der Empfänger nicht zu Gesicht bekommt. Das Handy gibt nach dem Empfang eine Rückmeldung in Form des Standortes bzw. der aktuellen Funkzelle. Mit dieser Methode lassen sich mit recht einfachen Mitteln sogenannte Bewegungsprofile erstellen. Man kann einen Handybesitzer beschatten, ohne aus dem Haus gehen zu müssen. Von diesen verräterischen Kurznachrichten hat man in NRW im letzten Jahr allein 250.000 Stück verschickt.

Hat man den Ort des vermeintlichen Verbrechers herausgefunden, kommt meist ein in Fachkreisen „IMSI-Catcher“ genanntes Gerät zum Einsatz. Ein Gerät, welches eine Mobilfunkzelle simuliert. Ähnlich wie bei der Funkzellenüberwachung, hat man damit kompletten Zugriff auf alle Aktivitäten, die das Verbrecherhandy im Netz macht. Ob E-Mails, SMS, Anrufe oder anderer Datenverkehr – alles wird protokolliert. Außenstehende und zufällig in die Funkzelle Tappende werden genauso abgeschnorchelt wie der Verbrecher.

Weitere Quellen

Jährlich eine Viertelmillion „Stille SMS“ [Telepolis]

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