Weblog Startseite Twitter Tweets von @intervista_ag

Kategorie

Telekom macht Online-Rechnung sicher und verteilt persönliche Daten seiner Kunden im WWW

Seiten einigen Jahren grassiert die Unsitte bei deutschen Telekommunikations-unternehmen, für die postalische Übermittelung der Rechnung eine Gebühr zu erheben. Die Telekommunikationsbranche verlangt schlicht weg eine E-Mailadresse, will man seine Rechnung kostenfrei erhalten. Häufig verweisen die Unternehmen auf die Tatsache, dass bei Mobilfunk- oder Festnetzanschluss doch das Internet bereits inkludiert wäre. Völlig ignorierend dem §307 Abs. 2 Nr. 1 BGB, verlangen O2, Vodafone die Telekom und viele andere Unternehmen 1,50 bis 2,54 Euro für die Papierrechnung.

Zuletzt haben sich Cyberkriminelle das massenweise Verschicken von „Online-Rechnung“ zunutze gemacht, um unbedarften Computernutzern Schaden zuzuführen.

Eine als offiziell getarnte E-Mail Rechnung, mit namentlicher Ansprache des Mailempfängers, sollte die Echtheit der E-Mail bescheinigen. Man darf sich durchaus die Frage stellen wie die Ganoven an die E-Mailadresse; samt Vor- und Zunamen gelangt sind.

Ab sofort Rechnung mit Sicherheitsmerkmal

Die Telekom will nun Vorreiter sein und das versenden von Online-Rechnungen sicherer machen. Dazu bedarf es bei der Telekom keine kompliziert anzuwendende Kryptographie und Signierung von Dokumenten: Die Telekom schreibt zukünftig in die E-Mail nicht nur den Namen des Kunden und seine Kundenummer sondern auch gleich seine Adresse und Hausnummer.

Nun muss man als Techniklaie wissen, dass eine nicht verschlüsselte E-Mail quasi für jedermann lesbar durchs World-Wide-Web gereicht wird bis es seinen Empfänger erreicht. Eine Standart-E-Mail ist so etwas wie eine Postkarte. Es wird wohl kaum einer im Briefverteilerzentrum alle Briefe lesen und auch der Postbote würde seine Route nicht mehr schaffen, wenn er jede auszutragende Postkarte vorher lesen und kopieren würde. Bei digitalen Medien ist das speichern und vervielfältigen um einiges einfacher.

Was die Telekom auch völlig aussen vorgelassen hat ist die Tatsache, Millionen von Bundesbürger finden sich mit Telefonnummer und Adresse im Telefonbuch.

Zur Ehrenrettung sei erwähnt, die Telekom lässt zwei weitere Merkmale bei Ihrer Onlinerechnung zur Anwendung kommen. Hierbei handelt es sich dann aber leider doch um das signieren von Dokumenten, welches nicht unbedingt von jedem Kunden verstanden und nachvollzogen werden kann.

Der rechtlich einwandfreie Weg wäre zu bevorzugen

Es könnte so einfach sein: Man müsste sich nur an geltendes deutsches Recht halten. Die Rechnung per Post kann, die von Mensch zu Mensch übertragenden Viren mal ausgeschlossen, keine Viren und Trojaner transportieren. Man würde sich an das Bürgerliche Gesetzbuch halten und es gebe zwei Problem weniger.

Der Drang Kosten zu sparen führt hier klar dazu, dass der Kunde sich am Ende auch noch mit Viren und Trojaner beschäftigen muss. Der Schaden der dadurch bei Kunden entsteht ist nicht zu beziffern.

Kommentare sind geschlossen.