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Urteil aus dem Elfenbeinturm: Preisänderung zuerst in der Suchmaschine

In letzter Zeit häufen sich Urteile, die kaum noch nachvollziehbar sind. Sie setzen sich über die schlichten Zwänge und Nöte des Lebens hinweg und postulieren Anforderungen, die selten erfüllbar sind. Da sich diese Urteile häufen, möchte ich nun eine neue Blog-Rubrik eröffnen: Urteile aus dem Elfenbeinturm!
Hier geht es um ein Urteil des Bundesgerichtshofes, der nun allen Online-Händlern eine besondere Pflicht auferlegt. Nutzen diese, was heute mehr als üblich ist, zur Verbreitung Ihres Angebotes Preissuchmaschinen, dann muss eine Preisänderung zuerst in der Preissuchmaschine umgesetzt werden. Erst, wenn dort der Preis geändert wurde, dann darf auch der Preis im Webshop geändert werden. Es ist dem Kunden nicht zuzumuten, dass er nach dem click und „landen“ auf der Shop-Page den Preis erkennt.
Meine Einwände:
1. Warum ist das dem Kunden nicht zuzumuten? Wenn ich ein Prospekt vom XY-Markt in der Hand halte und in den Laden gehe, muss ich auch erst prüfen, ob der Käse noch aktuell ist und ob an der Kasse auch wirklich der Preis im Prospekt oder der am Produktwarenstand oder irgendein anderer dort abgezogen wird?!? Wo ist der Unterschied zum Web? Wo dort doch sogar noch einzeln die Bestellung, der Warenkorb und die Zahlungsmethoden etc. gesondert abgefragt und bestätigt werden müssen – also VOR dem Kauf! Wenn ich im Internt in einem Shop lande, der den Preis dann schon erhöht hat, klicke ich einfach zurück oder auf einen anderen Shop. Der Aufwand sind ein oder zwei Sekunden. Mit einem realen Prospekt in der Hand bin ich erstmal zu dem Geschäft gefahren, um dann umständlich den aktuellen Preis zu erfragen oder erst an der Kasse herauszubekommen. Ein Aufwand, der schon in ein paar Euros gehen kann. Dann sollte ich also jetzt konsequent auf Schadensersatz klagen, solange ich noch ein altes Prospekt habe und der Händler einfach nicht bereit ist, die Aktionsware zu dem Preis herzugeben.
2. Ein Shop benutzt selten nur eine Suchmaschine… und nun?! Warten wir bis alle auf dem gleichen Stand sind? Wie soll das denn laufen? Wer soll das kontrollieren? Es werden heutzutage von den Shops ganze Produktsortimente hochgeladen, also zehntausende Artikel und dann in mehreren Shops… wer soll das kontrollieren?
Dieses Urteil ist nur für eine Berufgruppe ein Segen: die Abmahnzunft.
Den Artikel finden Sie hier.