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Hilfe aus Indien… über den Umweg USA

T-Systems wankt. Das Flagschiff der deutschen IT ist schon seit längerem in schwerem Fahrwasser. Lange hat man nach Lösungen gesucht und oft mit direkten Partnerschaften oder gar dem kompletten Verkauf nach Indien geliebäugelt. Nun wird eine Lösung präsentiert die nach „political corectness“ riecht, Indien ja aber nein, der Partner ist ein Ami. Genial und durchsichtig zugleich, denn die dortige indische T-Systems-Crew wechselt komplett zum Partner Cognitzant. Dies ist wie ich finde, aber der bemerkenswerteste Teil der Nachricht.Lange hat man versucht sich „Anteile“ am indischen Boommarkt zu sichern indem die Firmen dort Mega-Softwarefabriken errichtet haben. Nun gibt T-System sein Kuchenstück freiwillig an den Partner ab. Warum? eine Partnerschaft muß nicht von dauer sein und wenn sich die Partner trennen ist T-Systems „seine“ Inder los!Ich glaube, dass entgegen den öffentlichen Bekundungen vom IT-Fachkäftemangel (defakto so nicht vorhanden) in Deutschland und dem Outsourcing-Märchen in Indien die Erkenntnis steht, dass nur das vorhandensein von preiswerten Fachkräften keine Garantie von Ertrag und Geschäftserfolg ist. Von Software fertigt außer uns und SAP niemand standardisierten Baupläne (FMC – Fundamental Modeling Concept) wie von einem Radio (Schaltplan). Was die anderen also als Anweisungen heruntersenden sind Texte, Prozessabläufe, ggf. Datenbankaufbauten etc. Alles interpretierbar, alles falsch verstehbar, alles auch noch kulturell geprägt. Die Fehlerquellen sind so mannigfaltig, das es kaum möglich ist diese von Ferne (ohne den direkten Kontakt zum Kunden) auszuschalten. So entstehen vermeintlich preiswerte Lösungen, die beim Kunden nur Kopfschüttel und lange teuere umarbeiten Vorort erzeugen. Dort exportfähige Großlösungen für Deutschalnd zu entwickeln war der Ansatz. Unter Kostengesichtsgründen sicher ein sinnvoller Ansatz, jedoch war die Bewertungsmatrix zu kurz, sie hat wesentliche Erfolgskriterien außer Acht gelassen. Nun, nach Jahren haben wir immer noch keine Erfolgslösungen aus dem Boomland. Es ist daher nur weitsichtig und Konsequent von T-Systems sich so indirekt aus diesem Bereich zurückzuziehen und es einem Partner zu überlassen der scheinbar damit erfolgreich arbeitet. Unterm Strich also ein Meisterstück. Hut ab Herr Obermann.Den kompletten Bericht finden Sie hier.